Chronik
Chronik
Chronik des Freizeitlagers Deitenbach
Vom Zeltplatz zum Freizeitlager
In den fünfzig Jahren (1953-2003) seines Bestehens hat das Freizeitlager des FVN eine
wechselvolle Entwicklung durchgemacht. Vom einfachen Jugendzeltplatz bis zum heuti-
gen Freizeitlager war ein weiter Weg. Aber wie kam der Verband an diesen schönen Fle-
cken Erde, der gar nicht mal zu seinem Verbandsgebiet gehört? Nun, um das zu erklären,
muss man weit in die Geschichte zurückgreifen.
Napoleon ist an allem Schuld
Als der große Franzosenkaiser mit seinen Armeen nach Osten zog, baute er breite Heer-
straßen. Truppenverschiebungen und Nachschub waren damals nicht weniger wichtig, als
im 20. Jahrhundert. Abseits dieser Straßen aber legte er in gewissen Abständen große
Plätze an, die seinen Truppen als Biwak und Nachtlager dienten. Eine solche Napoleon-
Heerstraße soll sich auch durch die Gemeinde Lieberhausen gezogen haben. Zwischen
den Orten Deitenbach und Bredenbruch liegt nun solch ein idealer Lagerplatz, den nach
dem zweiten Weltkrieg die Stadt Wuppertal entdeckte und ihn als Zeltplatz benutzte. Weil
der Lagerplatz jedoch kein Wasser hatte, nicht einmal der Ort Deitenbach besaß zu dieser
Zeit eine Wasserleitung, wurde an der Hauptstraße nach Meinerzhagen, neben der Gast-
stätte „Haus am See“ ein Küchenzelt errichtet. Das dort befindliche Brunnenwasser eigne-
te sich hervorragend zum Kochen und die Speisen mussten zu den Mahlzeiten auf die
„Nörre“, so nennt man die Erhebung, auf der sich der Zeltplatz befindet, getragen oder ge-
fahren werden. Der damalige Zeltlagerleiter Adolf Weskott (Wuppertal) hatte den Ver-
bandsgeschäftsführer Matthias Schumacher auf die Einrichtung aufmerksam gemacht,
weil die Stadt Wuppertal auf Dauer das Zeltlager nicht behalten wollte.
Vorstand genehmigte den Ankauf des Geländes
Eines Tages kamen der damalige Verbandsjugendobmann Fritz Krämer und der Ver-
bandsgeschäftsführer Matthias Schumacher nach Deitenbach. Sie erkannten die ideale
Lage des Platzes und empfahlen dem Verbandsvorstand den Kauf des Geländes, um dort
ein verbandseigenes Zeltlager zu errichten. Der Vorstand folgte dieser Empfehlung und
die Einwohner der umliegenden Orte freuten sich, dass der FVN das Gelände (ca. 20.000
qm) kaufte. Man versprach sich einen Zustrom an Gästen, die Leben in den Ort bringen,
das Strandbad bevölkern und in den hiesigen Geschäften kaufen würden. Der FVN leiste-
te dann auch wirkliche Pionierdienste, denn die beiden Ortsteile konnten sich vom Erlös
des Grundstücksverkaufs eine Straßenbeleuchtung leisten und der Verband ließ eigens
für das Zeltlager eine Wasserleitung von Lantenbach nach Deitenbach legen, an die sich
die Dörfer später anschlossen, nachdem die Gemeinde Lieberhausen die Wasserleitung
ankaufte. So kam Licht und Wasser in ein kleines einsames, aber herrlich gelegenes Dörf-
chen.
Das Freizeitheim wurde in Betrieb genommen
In der Sommersaison 1953 wurde das schmucke Freizeitheim I mit 7 Gästezimmern (11
Betten) in Betrieb genommen und in den Schulferien des gleichen Jahres verlebten etwa
600 Kinder aus dem niederrheinischen Verbandsgebiet in drei Lagerperioden unter Füh-
rung des Lagerleiters Adolf Weskott, der 1968 verstarb, ihre Ferien im neuerstellten Zelt-
lager.
Gegenüber den Anfängen des Wuppertaler Lagers hatte es enorme Fortschritte gegeben.
Im Kellergeschoss des Freizeitheims war eine für damalige Begriffe moderne Küche ent-
standen und im Lagerbereich befanden sich große Toiletten und Duschräume. Insbeson-
dere die Halle diente zugleich als Speisesaal und bei schlechtem Wetter auch als Grup-
penunterkunft für Gesang und Spiel.
Die Beliebtheit des Freizeitheimes I ermutigte den Vorstand, 1973 das Freizeitheim II mit 7
Appartements, einer Hausbar und einem kleinen Hallenbad zu errichten. Der Beirat weihte
das Haus 1974 feierlich ein.
Ausbau und Modernisierung des Zeltlagers
Im Laufe der Zeit wurde das Zeltlager immer mehr ausgebaut und modernisiert. Das Toi-
lettenhaus wurde um einen Aufenthaltsraum für die Lagerhelfer wie auch um Räume für
die Lagerleitung erweitert. Die Küche verlegte man vom Freizeitheim zwischen Halle und
Toilettenhaus, so dass die Essenausgabe direkt in den Hallenraum erfolgen konnte.
1965 kaufte der FVN ein zusätzliches Grundstück von 8.000 qm , das anschließend zu ei-
nem „Bolzplatz“ umfunktioniert wurde. Ab 1971 wurden die Zelte zudem durch Nur-Dach-
Häuser ersetzt, in denen jeweils 10 Personen Platz finden.
So präsentieren sich heute auf dem Lagerplatz 15 Holzhäuser mit insgesamt 145 Schlaf-
plätzen, die auch außerhalb der Sommerferien häufig belegt sind.
Die Zahl der in den fünfzig Jahren eingesetzten Lagerleiter ist gering, was beweist, dass
sie alle mit einer gewissen Begeisterung dabei waren und diese Arbeit gern auf sich ge-
nommen haben.
Unter der fürsorglichen Obhut der Lagerleiter:
Adolf Weskott
Heinrich Michel
Jakob Franzen
Josef Ambaum
Theo Ortmann
Peter Lindau
Werner Burgers
Theo Dörkes
Werner Ozdoba
Jürgen Fischer
Reiner Dörkes
Wolfgang Schoofs
Diese Beständigkeit setzte sich auch bei der Küchenleitung fort. Von Beginn an war Dora
Hammerschmidt, wohnhaft in der unmittelbaren Nachbarschaft in Deitenbach, als Küchen-
leiterin dabei. Ihr folgten Sonja Pickardt, Leni Henkel und Elke Stolz. 2003 haben zum ers-
tenmal zwei ausgebildete Köche die Leitung der Küche übernommen.
Nicht zu vergessen sind die vielen Helferinnen, die von Jahr zu Jahr bereit waren, die
Küchenleitung zu unterstützen. Sie wechselten oftmals schon nach einmaligem Einsatz,
was die Zusammenarbeit des Teams sicherlich nicht erleichterte. Manche blieben aber
auch viele Jahre wie z.B. Magda Plonka, Auguste Nossek, Gertrud Kotulla, Meta Becker,
Renate Engels Gerda Finke und viele andere.
Als nebenberufliche Hausmeister fungierten ab 1952 das Ehepaar Erwin Gogarten. Da-
nach waren Waldemar und Hilde Kohl 12 Jahre lang der „gute Geist“ der Freizeitstätten
bis Hennes und Christel Hoppe am 1. Oktober 1976 hauptberuflich die Verwaltung über-
nahmen. Nach dem plötzlichen und unerwarteten Tot von Hennes Hoppe wurden sie im
Juni 1993 von Jürgen und Monika Grunwald abgelöst .